Ich frage mich ernsthaft, wie ich mich vorletztes Jahr zur Aktion Schwümmring motivieren konnte und vor allem wie ich das so lange durchgehalten habe. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mich selbst nicht mehr ernst nehme, wenn ich mir etwas vornehme. Aktuellstes Beispiel, meine Gewichtsreduktions- und Fitnesspläne für die bevorstehenden Skiferien. Immer wieder finde ich eine Ausrede, mein Vorhaben um eine weitere Woche hinauszuschieben. Mal ist es die einwöchige Spätschicht, dann ist der Teufel los im Büro, dann meldet sich mein Cluster Kopfweh für ein paar Tage zurück, nächste Woche habe ich Pikett oder dann sollte eine solche Aktion ja schliesslich nur an einem Montag gestartet werden. Bis zu den Skiferien dauert es unterdessen nur noch 4 ½ Wochen und ich fühle mich wie ein nasser Sandsack.

Aktuell steckt mir zudem noch der gestrige Streit mit unserem grossen Junior in den Knochen. Er ist ein so guter Kerl und eine Granate in der Schule (letzte Prüfungsnoten: Englisch 5.75, Deutsch 6) und doch bringt er seine Eltern mehrmals täglich auf die Palme. Gemäss seinen Aussagen muss er in der Schule, vor allem in den Pausen, immer unten durch, d.h. er wird gehauen, gestossen und so weiter. Handkerum habe ich ihm die letzten beiden Tage zugeschaut, wie er Schulkollegen provoziert und dann wundert es ja niemanden, wenn er aufs Dach kriegt. Er ist ohnehin der Meister der Provokation und der negativen Äusserungen, das ist auch zu Hause unser grösstes Problem, neben seinen Ausreden und dem frechen Mundwerk. Interessant ist ja, dass er das eigentlich nur bei Dodo praktiziert, bei mir ist er meist ein frommes Lämmchen. Nur habe ich immer das Gefühl ich müsste schlichtend einschreiten und dann donnert es eben zwischen uns. Gestern dann wieder mal die Eskalation. Wie weiter? Härter anfassen? Mehr Verantwortung geben? Mehr Freilauf gewähren? Verlange ich zu viel von einem 10-jährigen? Keine Ahnung, Ratlosigkeit macht sich breit.

Zur Ablenkung bin ich seit Tagen daran ein digitales Fotoalbum von unserem unvergesslichen New York Trip zu erstellen. Die gut 1'400 Fotos habe ich auf rund 270 reduziert und auf 96 Seiten verteilt. Jedes einzelne Bild habe ich x-mal neu positioniert und schliesslich noch eingescannte Tickets etc. integriert. Abschliessend bin ich nun noch daran die wichtigsten Gebäude und Ereignisse zu beschriften. Ein Riesenaufwand der mir mächtig Spass macht. Ich könnte stundenlang vor dem PC hocken und die Fotos hin- und herschieben. OK, was heisst ich könnte... {easycomments}